Die JUBILÄUMSAUSGABE "Be Well in Hamburg St. Georg" ist erschienen  

St. Georgs Stadtteilführer für 2019 



…ist ab sofort erhältlich!

   

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Dragomirs Spruch der Woche
frei nach Winston Churchill: "Etwas aufzubauen mag langsame und mühsame Arbeit von Jahren sein. Es zu zerstören kann der gedankenlose Akt eines einzigen Tages sein."

   

Am Steindamm ist jeder Tag anders und besonders bunt. Ich mag es, wenn die Straße richtig voll ist und dass meine Kunden so interessant sind wie die Länder, aus denen sie kommen. Bei mir und meiner Crew sind alle herzlich willkommen, denn wir beraten mit Herz und aus Überzeugung, sagt augenzwinkernd Sven Villnow von der Engel Apotheke.
Ein Gespräch über St. Georg und den Steindamm.
Sven Villnow ist Jahrgang 1964, in zweiter Ehe verheiratet und hat 5 Kinder, 4 Söhne und 1 Tochter. Er spannt gern im Ferienhaus im Mecklenburg-Vorpommern aus und kocht gemeinsam mit seiner Frau

Marmelade ein. Seine Eltern, Peter und Ursula Villnow haben sich Anfang der 1960er Jahre in der Engel Apotheke am Steindamm kennengelernt. Der damalige Standort war Steindamm 39. Als später das Haus Steindamm 32 entstand, zog die Engel Apotheke in die aktuellen Räumlichkeiten. Hier übernahm Peter Villnow 1978 die Leitung. Seit 1996 liegen die Geschicke der Engel Apotheke nun in Svens Händen. Er war eigentlich, solange er denken kann, immer wieder in der "Familien-Apotheke" beschäftigt, als Bote, als Praktikant und später als Angestellter.
Was bedeutet Ihre Arbeit für Sie?
Spass ist sehr wichtig, ein gutes Team und diesem genügend Zeit zu geben. Sie sollen es gut haben, denn ich meine, so kann sich unsere Wohlfühlatmosphäre auf den Kunden übertragen. Das Team soll mit dem Herz dabei sein, nicht der schnelle Verkauf ist meine Einstellung!
Mit welchen beruflichen Themen setzen Sie sich zur Zeit auseinander?  
Internethandel ist hier in St. Georg nicht so wichtig, kurze Wege sind noch normal, man kennt sich untereinander. Trotzdem möchte ich meine Kunden abholen und ihnen eine schnelle Lieferung bieten. Um in der Zukunft gut aufgestellt zu sein, biete ich ihnen diesen Service: Der Kunde kann sein Rezept direkt nach Erhalt beim Arzt fotografieren, an uns senden und wir informieren ihn, sobald seine Medizin abholbereit ist. Bei Bedarf liefern wir sie natürlich direkt ans Krankenbett. Die Engel Apotheke möchte gern der "Marktplatz für Menschen sein"! Dafür bieten wir viele besondere Angebote wie die Vielsprachigkeit der Mitarbeiter, Vermessen von Stützstrümpfen u.v.m. Ein guter Informationsaustausch
ist das A und O.
Was hat sich im Laufe der Jahre am Steindamm in Hamburg St. Georg verändert?
In den 90er Jahren war die Drogenproblematik auf der Straße. Es gab kaum Drogenersatzprogramme für die Kranken. Die Menschen schliefen im Stehen unter der Wirkung von Substanzen, die dann durch Gesetze schwerer zugänglich wurden. Der Kosovo Konflikt bescherte uns viele Flüchtlinge, die das Viertel bevölkerten, Albaner, Serben und Nordafrikaner. Moscheen siedelten sich an. Es entstanden kleine Läden, die für den vorübergehenden Betrachter alle gleich aussahen, im Innern jedoch Mikrokosmen ihrer jeweiligen Besitzer darstellten. Danach kamen die größeren Supermärkte und Dönerläden. Doch wie alle Ausländerströme, die ich miterlebt habe, kamen viele, und es verschwanden auch wieder viele. Stundenhotels wurden abgeschafft, das Kontaktverbot gilt bis heute. In den letzten 10 Jahren traten die Händler mit ihrem Angebot immer weiter nach außen, so kam es zu der bunten Basaransicht des heutigen Steindamms. Der Fahrweg wurde verändert, die Gehwege wurden breiter und so kann "das Leben auf der Straße stattfinden". Heute sind übrigens mehr Menschen auf der Straße, als früher. Seit wann? Das nahm mit dem Umbau der Straße zu und fand seinen Höhepunkt mit der Flüchtlingswelle 2015. Mir gefällt es, in einer vollen Straße ist immer viel los. Es könnte allerdings gern sauberer sein, denn die Menschen werfen ihren Dreck einfach weg, wo sie stehen oder gehen. Das ist übrigens unabhängig von deren Nationalität. Es scheint ein länderübergreifendes Phänomen bzw. Problem zu sein.
Wie schätzen Sie die Zukunft des Stadtteils St. Georg gesamt und den Steindamm insbesondere ein?
Ich hoffe weiterhin auf ein buntes friedliches Miteinander. Die vielen kleinen gewerblichen Unternehmer sorgen dafür, dass hier am Steindamm so viel Leben ist, das macht ihn so besonders. Und außerdem muss die Infrastruktur gut sein, es gibt auch Menschen, die mit dem Auto kommen möchten. Man sollte sie nicht verdrängen!!
Haben Sie einen Wunsch, ein Ziel, eine Vision für den Steindamm?
Ich wünsche mir einen friedlichen Umgang miteinander und hoffe in meiner Nische mit meinem Team, es sind 11 Mitarbeiter inkl. Teilzeitkräfte, so zu arbeiten, dass Gemeinschaft gelebt wird und zwar auf Augenhöhe mit unseren Kunden, denn wir möchten uns um sie kümmern.
...und privat, verraten Sie Ihr Hobby?
Ich nehme mir neuerdings 1 Tag frei, das ist richtiger Luxus und dann fahre ich Fahrrad, gehe schwimmen, verbringe Zeit mit meinem Oldtimer und mit meiner Frau und meinen beiden jüngsten Kindern.
Das Gespräch führte Barbara Gitschel-Bellwinkel, gekürzte Fassung

Zu den Motiven:
Sven Villnow in seiner Engel Apotheke am Steindamm 32
Ein künstlerischer "Gesundheitsengel"schwebt über einer Uhr in der Apotheke.
Fotos©Barbara Gitschel-Bellwinkel

 

   

Mit freundlicher Unterstützung von

   

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